OBST 93: Phänomen ‚Mehrsprachigkeit‘. Einstellungen, Ideologien, Positionierungspraktiken

Cover: OBST 93

Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST)
Heft 93/2018: Phänomen ‚Mehrsprachigkeit‘. Einstellungen, Ideologien, Positionierungspraktiken
(Hg.: Kersten Sven Roth, Karen Schramm & Jürgen Spitzmüller)

ISSN 0936-0271

Seiten: 197
Buch: 18,00
ISBN:978-3-95605-057-2
E-Book: 18,00 €
ISBN:978-3-95605-058-9

In der medialen Diskussion von Migration und Multikulturalität wird Mehrsprachigkeit auf einem sprachideologischen Vektor zwischen ‚Verständigung‘ (auf Deutsch) und ‚Bindung‘ (in den sogenannten Herkunftssprachen) modelliert. Diese problematische Verkürzung nehmen die Autor*innen von OBST 93 zum Anlass, nach ‚Mehrsprachigkeit‘ als Phänomen bzw. als Gegenstand diskursiver Wahrnehmung und mithin Ziel ideologischer Projektionen, funktionaler Zuschreibungen und gesellschaftlicher Ideale sowie Anker sozialer Positionierungen zu fragen. In unterschiedlichen mehrsprachigen Kontexten gehen sie auf empirischer Grundlage dem (zugeschriebenen) sozialen Wert einzelner Sprachen unter dem Aspekt ihrer Ideologisierung und sozialen Evaluation nach und beleuchten dabei Positionierungen in Alltag, Schule und Beruf sowie auch mehrsprachigkeitsbezogene Identitätsentwürfe.

Inhalt

Kersten Sven Roth, Karen Schramm & Jürgen Spitzmüller
Phänomen Mehrsprachigkeit. Editorial

İnci Dirim & Doris Pokitsch
(Neo-)Linguizistische Praxen in der Migrationsgesellschaft und ihre Bedeutung für das Handlungsfeld ‚Deutsch als Zweitsprache‘

Carolin Eckardt
Sprache und Gesellschaft im integrationspolitischen Diskurs. Analysen zur (Landes-)Integrationsgesetzgebung

Brigitta Busch
Das Sprachenportrait in der Mehrsprachigkeitsforschung

Andrea Daase
Subjektorientierte Forschung Deutsch für den Beruf. Zur epistemischen Kraft narrationsanalytischer Arbeiten

Katharina König
Deutsch mit und ohne Akzent. Positionierung in Spracheinstellungsäußerungen unter dem Einfluss von Sprachideologien

Nora von Dewitz & Henrike Terhart
„Hier aber wollen wir alle Deutsch lernen“ – Praktiken und Positionierungen zu Sprache(n) im Unterricht mit neu zugewanderten Schüler*innen

Jonas Hassemer
„sie erkennen meinen akzent, und da geht_s dann los.“ Indexikalische Nebenfolgen von Kapitalisierung und (Nicht-)Registrierung sprachlicher Repertoires in der Beratung von Geflüchteten

Galina Putjata
„Russisch zu sprechen, das macht mich nicht weniger Israeli." Der Wandel mehrsprachigkeitsbezogener Identitätskonstrukte im Kontext israelischer Migrationspolitik

Claudio Scarvaglieri
Spracheinstellungen und Sprachideologien im „zweisprachigen“ Biel/Bienne

Georg Weidacher
Rezension: Wallis, Eric (2016): Kampagnensprache. Wie Greenpeace mit Sprachkritik den Umweltdiskurs beeinflusst

Zurück