Leseförderung im Anfangsunterricht

Cover: Fischer (2012): Leseförderung im Anfangsunterricht

Ute Fischer (2012):
Leseförderung im Anfangsunterricht


Seiten: 358
Buch: 59,00 
ISBN:978-3-942158-40-4
E-Book: 53,00 €
ISBN:978-3-942158-41-1

Seit der ersten PISA- und IGLU-Studie ist das Lesen von Schülerinnen und Schülern verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit von Bildungsforschern, Didaktikern und Lehrenden gerückt. Allerdings wurde die Phase des frühen Lesens dabei meist wenig beachtet. Aus der Forschung weiß man jedoch, dass Leseschwierigkeiten bereits im Laufe der ersten Klasse diagnostiziert werden können und dass sie bei einem erheblichen Teil der betroffenen Kinder persistent sind und zu den späteren Leseproblemen beitragen. Von einer frühen Diagnose der verschiedenen Teilleistungen des Lesens, verbunden mit einer darauf abgestimmten Förderung, sollten vor allem schwache Kinder profitieren. In der hier vorliegenden Studie wurde dazu ein valides und reliables Testverfahren konzipiert, das die Grundlage für einen an den verschiedenen Fähigkeitsniveaus ausgerichteten differenzierten Anfangsunterricht bildete. Verschiedene Gruppen, die in der Forschung oft als Risikogruppen betrachtet werden, wurden dabei untersucht. Die berichteten Ergebnisse hinterfragen teilweise gängige Betrachtungsweisen und zeigen, dass von einem differenzierten Unterricht, der das Fähigkeitsniveau der Kinder berücksichtigt, insbesondere die schwachen Leser profitieren können.

Aus dem Inhalt

Erster Abschnitt: Theoretische Grundlage

1 Einleitung
1.1 Intention der Arbeit
1.2 Relevante Forschungen für die Arbeit
1.3 Forschungen zu Beginn des Leseerwerbs
1.4 Verortung der Arbeit im Feld der Lesekompetenzdiskussion
1.5 Interdisziplinarität
1.6 Förderspezifische Überlegungen
1.7 Methodische Aspekte
1.8 Die Arbeit im Überblick
2 Theorie des Lesens – derzeitiger Forschungsstand

2.1 Zugrundeliegende Perspektiven
2.2 Lesen als ein interaktiver Konstruktionsprozess
2.3 Basale Prozesse des Lesens
2.4 Modelle der Augenbewegungsforschung
2.5 Das Erfassen von Graphemen
2.6 Phonologischer Aspekt
2.7 Silbische und morphologische Verarbeitungsprozesse
2.8 Lexikalisches Wortlesen
2.9 Lexikalisches Wortlesen bei paralleler Verarbeitung
2.10 Zusammenfassung und didaktisches Fazit
2.11 Desiderate der Forschungsergebnisse aus didaktischer Sicht
3 Phasen- und Entwicklungsmodelle des Lesens und Schreibens

3.1 Lesen und Verstehen schriftlicher Zeichen
3.2 Theoretische Konzeptionen und Modelle des Leseerwerbs
3.3 Überblick über die bekanntesten Modelle des Schriftspracherwerbs
3.4 Vergleich der Modelle
3.5 Evidenzen aus der angloamerikanischen experimentellen Psychologie
3.6 Zur zentralen Bedeutung der alphabetische Phase: Das Kompetenzenentwicklungsmodell von Klicpera, Schabmann & Gasteiger-Klicpera (2003)
4 Einflussfaktoren auf die basale Lesefähigkeit

4.1 Zur Diskussion unterschiedlicher Einflussfaktoren
4.2 Exogene und endogene Einflussfaktoren
4.3 Phonologische Informationsverarbeitung
4.4 Subtypen von Leseschwierigkeiten
4.5 Benennungsgeschwindigkeit
4.6 Sprachliche Fähigkeiten
5 Zur Entwicklung schwacher Leser

5.1 Der Matthäus-Effekt im Lesen
5.2 Evidenz in der deutschsprachigen Forschung
5.3 Phänomenologie der Schwierigkeiten im frühen Lesen
6 Forschungsüberblick zur Wirksamkeit unterschiedlicher methodisch-didaktischer Konzeptionen des Leseunterrichts

6.1 Zur Anlage der angelsächsischer Studien: „Phonics“ versus „Whole-language approach“
6.2 Welche Ergebnisse der angloamerikanischen Forschung sind für die deutschen Verhältnisse von Interesse?
6.3 Deutschsprachige Studien
7 Fazit und didaktische Folgerungen für die Förderung

Zweiter Abschnitt: Empirische Studie

8 Konzeption der Förderung
8.1 Der Leselehrgang der Tobi-Fibel
8.2 Die Wörter der ersten zehn Buchstaben der Tobi-Fibel
8.3 Auswahl des Wortschatzes für die Förderung
8.4 Unterrichtsstruktur
8.5 Differenzierung
8.6 Schulung der Lehrkräfte
9 Fragestellung und Hypothesen
10 Untersuchungsmethoden

10.1 Design und Durchführung
10.2 Stichprobe
10.3 Erhebungsinstrumente
10.4 Statistische Auswertung
11 Ergebnisse

11.1 Die Entwicklung der Lesezeit und Lesegenauigkeit der Förder- und Kontrollgruppe zum ersten und zweiten Messzeitpunkt beim Lesen von Wörtern
11.2 Die Entwicklung der verschiedenen Teilleistungen beim Lesen zum ersten und zweiten Messzeitpunkt bei Förder- und Kontrollgruppe
11.3 Leseentwicklung in unterschiedlichen Gruppen zum ersten und zweiten Messzeitpunkt
11.4 Erhebung der Leseentwicklung der Förder- und Kontrollgruppe zum zweiten und dritten Messzeitpunkt
11.5 Leitfadeninterviews mit den Deutschlehrenden der Klassen

Dritter Abschnitt: Erkenntnisse und Folgerungen

12 Zusammenfassender Überblick und Diskussion
12.1 Beantwortung der Fragestellungen und Ziel der Studie
12.2 Entwicklung des Lesens über die Zeit
12.3 Bewertung der Ergebnisse zum sprachsystematischen Vorgehen
12.4 Weitere Befunde
12.5 Reflexion
13 Fazit und Ausblick

Ute Fischer studierte nach ihrer Ausbildung als Erzieherin an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg für das Lehramt. Sie unterrichtete mehrere Jahre an verschiedenen Grund- und Hauptschulen, war Konrektorin und als Fortbildnerin für das Schulamt tätig. Seit 2004 arbeitet sie als akademische Rätin im Fach Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Zu ihren Schwerpunkten gehören insbesondere Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb.

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