Den Sport gestalten. Carl Diems Leben (1882-1962). Gesamtausgabe

Cover_Diem_Gesamtausgabe2019

Frank Becker (2013):
Den Sport gestalten. Carl Diems Leben (1882-1962)

3. durchgesehene und aktualisierte Auflage als Gesamtausgabe
(limitierte Hardcoverausgabe)

Seiten: 946
Buch: 89,00
ISBN:978-3-95605-067-1
E-Book: 89,00 €
ISBN:978-3-95605-068-8

(erscheint voraussichtlich Mitte November 2019)

Den Sport gestalten – das war die Lebensaufgabe, die Carl Diem sich stellte. Als aktiver Sportler und Sportjournalist, als Funktionär und Organisator, als Pädagoge und Wissenschaftler begleitete er den deutschen Sport von seinen Anfängen vor dem Ersten Weltkrieg bis zu jener Kulturbedeutung, die er auch in der Gegenwart noch besitzt.
In Diems Leben, das mit dem Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und den Anfangsjahren der Bundesrepublik vier ganz unterschiedliche Phasen deutscher Geschichte durchlief, spiegeln sich die entscheidenden Etappen der Sportentwicklung in diesem Land. Aber auch der internationale Sport kommt in den Blick, dem Diem durch die Olympische Bewegung und vielfältige Aktivitäten im Ausland verbunden war.
Ein besonderes Augenmerk widmet diese erste wissenschaftliche Biografie über den ‚Vater des deutschen Sports‘ der Frage, wie das Verhalten Diems in der NS-Zeit zu erklären und zu beurteilen ist.

Inhalt

Vorwort

Teil I: Kaiserreich

1. Kindheit, Schule und Entdeckung des Sports
2. Suche und Unstetigkeit: Kaufmännische Lehre – Vereinssport – Militärdienst
3. Journalist und Funktionär – eine Karriere beginnt
4. Positionsbestimmungen. Der Sport in der wilhelminischen Gesellschaft
5. Generalsekretär des DRA
6. Weltkriegssoldat
6.1. Der militärische Einsatz
6.2. Sport und Sportpolitik im Krieg
6.3. Alltag – Erfahrung – Deutung

Teil II: Weimarer Republik

1. Von der Revolution zur Hochschulgründung in Berlin
2. Isolation, Krise und Selbstbehauptung des deutschen Sports
3. Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen inWissenschaft und Gesellschaft
4. Neue Perspektiven in der Ära Stresemann
4.1. Chancen und Konflikte im Zeichen der Stabilisierung
4.2. Privater Aufbruch und Olympisches Comeback
4.3. Vom Studentenstreik zur Amerikareise von 1929
5. „Wehrhaftigkeit“ – Pläne zur vormilitärischen Jugenderziehung und zur Neuorganisation des Sports
6. Der Diktatur entgegen

Teil III: NS-Zeit

1. Der Kampf um die Neuordnung der deutschen Sportverwaltung im Frühjahr 1933
2. Die Auflösung des DRA
3. Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen
4. August 1936 – das Spektakel in Berlin
5. Auf der Suche nach neuen Aufgaben
6. Der Zweite Weltkrieg – Mittun, Distanz und Verstrickung
6.1. In den Diensten des Reichsbundes
6.2. Europäische Sportpolitik unter dem Hakenkreuz
6.3. Forscher und Vortragsredner
6.4. In der „Schlacht um Berlin“

Teil IV: Bundesrepublik

1. Nach dem Zusammenbruch
2. Neuanfang im Westen: Die Gründung der Sporthochschule Köln
3. Die Sportverwaltung der Bundesrepublik entsteht
4. Die Fünfzigerjahre – Idealismus in der pädagogischen Provinz
5. Die Internationale Olympische Akademie
6. Ausklang

Quellen- und Literaturverzeichnis

Frank Beckers Carl Diem-Biografie, die nun in der  3. durchgesehenen und aktualisierten Auflage als Gesamtausgabe erschienen ist, löste in Fachwelt und Medien ein großes Echo aus, ebenso auf dem Feld der Geschichtspolitik: Viele Entscheidungsträger orientierten sich an seinen Forschungsergebnissen, indem sie Diem-Straßen oder nach Diem benannte Sportstätten umbenannten. Die von Becker gegebene Empfehlung für den Umgang mit der Erinnerung an Diem ist vom Deutschen Olympischen Sportbund mit öffentlicher Stellungnahme vom 1. Februar 2012 mittlerweile zur Richtschnur für die eigene Position in der Diem-Debatte gemacht worden.

Links zu den Einzelbänden (2., durchgesehene Auflage)
Band I: Kaiserreich
Band II: Weimarer Republik
Band III: NS-Zeit
Band IV: Bundesrepublik

Frank Becker ist seit 2011 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts verfasst. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt er u. a. 2000 den Werner-Hahlweg-Preis und 2002 den Nachwuchs-Forschungspreis der Universität Münster. Zurzeit gehört er zum Leitungsgremium des DFG-Graduiertenkollegs 1919 „Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage: Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln“ und ist Mitglied der DFG-Forschungsgruppe 2600 „Ambiguität und Unterscheidung. Historisch-kulturelle Dynamiken“ an der Universität Duisburg-Essen.
Weitere Bücher zur Sportgeschichte: Sport und Nationalsozialismus. Bd. 32 (2016) der „Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus“; Die Spiele gehen weiter. Profile und Perspektiven der Sportgeschichte, Frankfurt a.M. 2014 (beide hg. mit Ralf Schäfer).

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