Handeln mit Emojis

Michael Beißwenger & Steffen Pappert (2019):
Handeln mit Emojis.

Grundriss einer Linguistik kleiner Bildzeichen in der WhatsApp-Kommunikation

Seiten: 147
Buch: 29,95 
ISBN:978-3-95605-069-5
E-Book: 29,95 €
ISBN:978-3-95605-070-1

Kann man sich aus linguistischer Perspektive mit Emojis beschäftigen? Man kann. Und: Man muss. Denn die große Beliebtheit, derer sich kleine Bildzeichen in der internetbasierten Kommunikation erfreuen, legt nahe, dass Emojis wichtige Aufgaben bei der sozialen Organisation und Gestaltung von Kommunikation übernehmen.
Im Zentrum dieses Buches stehen Emojis im Gebrauch: Es geht um die Frage, in welchen Funktionen Emojis von Kommunikationsbeteiligten, die zueinander in ganz unterschiedlichen Beziehungen stehen, vor dem Hintergrund konkreter Kommunikationsanlässe und einer jeweiligen kommunikativen Vorgeschichte genutzt werden.
Michael Beißwenger und Steffen Pappert entwickeln einen Beschreibungsrahmen, der aus linguistischer und pragmatischer Perspektive aufzeigt, was Emojis für die Herstellung und Sicherung von Sinn und Verstehen in dialogisch-sequenzieller Kommunikation leisten. Die Anwendung dieses Beschreibungsrahmens wird an zahlreichen Beispielen aus privaten WhatsApp-Interaktionen vorgeführt.

Inhalt

1. Einleitung: Warum ein Buch über Emojis?
2. Stand der Forschung: Was die Linguistik bereits über Emojis (und Emoticons) weiß
2.1. Emoticons
2.2. Emojis
3. Datengrundlage: die Mobile Communication Database (MoCoDa2)
4. Wie wir mit Emojis handeln: ein pragmatischer Beschreibungsrahmen
4.1. Interaktionsgestaltung auf der Grundlage von Textformen: Rahmenbedingungen der Emoji-Verwendung in der internetbasierten Kommunikation
4.2. Ikonisieren, Indexikalisieren, Symbolisieren: Semiotische Qualitäten von Emojis
4.3. Visuelle Salienz und Rahmung: Pragmatische Potenziale der Emoji-Verwendung
4.4. Lesbarmachen und Sichtbarmachen: Funktionen und Praktiken der Emoji-Verwendung
4.4.1. Funktionen und Praktiken
4.4.2. Lesbarmachen
4.4.3. Sichtbarmachen
4.4.4. „Hochzeitstag“: Exemplarische Analyse einer WhatsApp-Sequenz
5. Vielfalt und Kreativität: Praktiken der Emoji-Verwendung unter der Lupe
5.1. Praktiken des Lesbarmachens
5.1.1. Kalkulierte Inkonsistenz als Anweisung zur Suche nach dem Gemeinten
5.1.2. Nichtredundante Markierung von Einstellungen als Präsentation von Innerlichkeit
5.2. Praktiken des Sichtbarmachens
5.2.1. Kalkulierte Redundanz als „Ins-Bild-Setzen“ der sprachlichen Äußerung
5.2.2. Handeln ohne Sprache: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“
5.2.2.1. Handlungen realisieren
5.2.2.2. Referieren
5.2.2.3. Vernetzen und Verknüpfen
5.2.2.4. Die Beziehung zum Gegenüber thematisieren
5.2.3. Abschwächen als Mittel zur sozialverträglichen Organisation des sprachlichen Handelns
6. Handeln mit Emojis: eine Bilanz
7. Literatur

Michael Beißwenger ist Universitätsprofessor für Germanistische Linguistik und Sprachdidaktik. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich der Angewandten Linguistik und der Mediendidaktik. Er lehrt und forscht an der Universität Duisburg-Essen.

Steffen Pappert ist Privatdozent für Germanistische Linguistik. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich Politische Kommunikation und Medienlinguistik. Er lehrt und forscht an der Universität Duisburg-Essen.

 

Kritiken, Pressestimmen, Vorträge und Interviews

„Michael Beißwenger und Steffen Pappert zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und komplex sich der Einsatz von Emojis in der internetbasierten Kommunikation gestaltet. Durch die Berücksichtigung nicht nur semiotischer, sondern auch pragmatischer Potenziale, über die Emojis verfügen, bauen die Autoren ein ausdifferenziertes Analyseinstrumentarium auf. Anhand zahlreicher Beispiele legen sie leicht nachvollziehbar dar, wie die Verwendung der Bildzeichen analysiert werden kann und dass vor allem eine kontextuelle Betrachtung unerlässlich ist. Thematisiert wird auch die stellenweise uneindeutige Interpretation der Emoji-Verwendung, die ihnen inhärent ist.“ (Leonie Bröcher, in: Gesprächsforschung - Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion. Ausgabe 21 (2020), Seiten 47-51 (www.gespraechsforschung-ozs.de)
Zur Rezension

Ein Interview von radioeins zum Welt-Emoji-Tag 2020 mit Michael Beißwenger, nachzuhören auf der Homepage des Senders.
Zum Interview

„Handeln mit Emojis – eine linguistische Perspektive auf den Beitrag kleiner Bildzeichen zur digitalen Alltagskommunikation“
Videoaufzeichnung eines Vortrags von Michael Beißwenger am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald (20.11.2019)

Ein Interview von Rick Sobirai, Universität Greifswald, mit Steffen Pappert.
Das Interview steht bereit auf „GrypsTube“, einer Videoplattform der Universität Greifswald.
Zum Interview

„Der (von Beißwenger und Pappert zur Analyse von Emoji-Praktiken) aufgestellte Beschreibungsrahmen schließt eine wichtige und fundamentale Lücke in der Emoji-Forschung, denn die Autoren gehen davon aus, dass Emojis ähnliche Funktionen wie sprachliche Zeichen übernehmen können, dass sie aber als Bildzeichen bestimmte Qualitäten aufweisen, die sie von sprachlichen Zeichen unterscheiden. Dieser Aspekt kam in der bisherigen linguistischen Emoji-Forschung zu kurz.“ (Deborah Enzmann, in: MEDIENwissenschaft. Ausgabe 02-03_2020, Seiten 291–293)

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