Diagrammatik und Mediensymbolik

Cover: Lischeid (2012): Diagrammatik und Mediensymbolik

Thomas Lischeid (2012):
Diagrammatik und Mediensymbolik

Multimodale Darstellungsformen am Beispiel der Infografik

Seiten: 457
Buch: 69,00 
ISBN:978-3-942158-26-8
E-Book: 62,00 €
ISBN:978-3-942158-27-5

Die Sprache der Medien präsentiert sich heute als eine Kombination aus Text-, Bild- und Diagramm-Elementen, die ihre Kohärenz insbesondere aus Verfahren der Symbolbildung und verwandter analogiebildender Verfahren gewinnt. Am Beispiel des Genres der Infografik lassen sich Strukturen und Funktionen dieser Kohärenzbildung nachweisen. Nach einem Blick auf Begriffsbildung, Historie und medientechnologischen Hintergrund setzt die vorliegende Untersuchung drei Schwerpunkte: Sie entwickelt ein semiotisches Modell, das die einzelnen modalen Bereiche Text, Bild und Diagramm sowie ihr symbolisierendes Zusammenspiel analysiert, sie behandelt Fragenkomplexe im Sinne der kognitiven Psychologie, die sich der Klärung von Prozessen der generativen Produktion und verstehenden Rezeption multimodaler Darstellungsformen und ihrer öffentlichen und didaktischen Vermittlung widmen, und sie berücksichtigt drittens die kulturwissenschaftliche Kontextualisierung des Formats Text-Bild-Diagramm. Im Ergebnis zeichnet sich ein wissenschaftlich-analytisches Bild der Infografik ab, dass dieses Genre als einen Knotenpunkt im Netz aktueller Wissens- und Handlungsformen und damit als ein Signum massenmedialer Diagrammatik erscheinen lässt, in der sich unsere aktuelle Gesellschaft zugleich selbst beschreibt und reflektiert.

Aus dem Inhalt

I. Einleitung: Infografiken als Prototyp diskontinuierlicher/multimodaler Darstellungsformen

I.1. Forschungsstand
I.2. Fragestellungen und Hypothesenbildung
I.3. Aufbau
I.4. Materialkorpus

II. Theoretische Grundkonzeption: Semiotische Linguistik, Kognitive Psychologie und kulturwissenschaftliche Kontextualisierung der Infografik

II.1. Zur Meta-Taxonomie der Text-Bild-Diagramm-Forschung
II.2. Die Infografik als intermodale Symbolmontage
II.3. Kognitionspsychologische Erweiterung: Aspekte mentaler Repräsentation des Symbolverstehens
II.4. Kulturwissenschaftliche Kontextualisierung:„Interdiskurs“ – „Soziale Normalität“ – „Subjektivierung“
II.5. Drei Beispiele: Schönheitschirurgie – Normalgewicht – IT-Nutzung

III. Zeichen, Medium, Kode: Infografiken als multimodale Sprachsimulakren

III.A. „Symbolbilder“ – Struktur und Funktion verbaler und visueller Bild-Zeichen
III.A.1. Zum Text-Bereich: Symbolische Phrasen- und Satzstrukturen
III.A.1.1. Das ästhetische Potenzial verbaler Symbolik (Aktuelle Mediensymbolik und die Symbolisierungsverfahren pragmatischer und institutionalisierter Literatur)
III.A.2. Zum Bild-Bereich: Struktur, Funktion und System visueller Symbolik
III.A.2.1. Das „Bild“ in den Wissenschaften
III.A.2.2. Die symbolische Grundstruktur
III.A.2.3. Elementabbildende Relationen im Bild-Bereich
III.A.2.4. Die Grundfunktionen verbal-visueller Symbolik
III.A.2.5. Zwischenfazit zum prototypischen Kreations- und Rezeptionsprozess
III.A.2.6. Zum synchronen System der Text- und Bild-Symbolik
III.B. Zum Diagramm-Bereich
III.B.1. Aktuelle Diagrammwissenschaft
III.B.2. Theorieansätze zur Strukturanalyse diagrammatischer Darstellungsformen
III.B.3. Einzelne Diagrammtypen
III.B.3.1. „Logische Bilder“: Qualitative Diagrammtypen
III.B.3.2. „Zahlenbilder“: Quantifizierende Diagrammtypen

IV. Fazit: Diagrammatik und Mediensymbolik

Anhang: Beispielmaterial zur Analyse „IT-Nutzung“

 

Prof. Dr. Thomas Lischeid studierte Germanistik und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Promotion in Literaturwissenschaft in Bochum. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum 2004-2010. Seit 2011 Professor für Sprach- und Mediendidaktik an der PH Weingarten.

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