ESS-KuLtur 12: Aspekte der Komik-Analyse: Wie entsteht Sprachkomik?

Cover: Eisenberg (2020): Aspekte der Komik-Analyse: Wie entsteht Sprachkomik?

Benjamin Eisenberg (2020):
Aspekte der Komik-Analyse: Wie entsteht Sprachkomik?

(Aus der Reihe: ESS-KuLtur. Essener Schriften zur Sprach-, Kultur- und Literaturwissenschaft. Band 12. Herausgegeben von Heinz Eickmans, Werner Jung, Ulrich Schmitz, Jörg Wesche)

Seiten: 680
Buch: 95,00 
ISBN:978-3-95605-077-0
E-Book: 95,00 €
ISBN:978-3-95605-078-7

Erscheint voraussichtlich im Dezember 2020.

Komik-Texte erfordern oft eine hohe inferentielle Eigenleistung der Interpreten und werden somit zu Ellipsenspielen der Wissensgemeinschaft. Viele davon gehen über klassische Ambiguitätspointen hinaus.

Im ersten Teil seiner Arbeit setzt sich Eisenberg zunächst mit sämtlichen Begriffen aus dem Komik-Diskurs auseinander. ‚Humor’, ‚das Komische’, ‚Komik’ werden aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive geklärt. Als Grundlage für jedwede Komik werden die Begriffe ‚Separation’ und ‚Inklusion’ vorgeschlagen, welche auf der Peirceschen Erkenntnistheorie basieren und sich an Jean Pauls ‚Scharfsinn’ und ‚Witz’ orientieren. Eisenberg beschäftigt sich ausführlich mit der populären GTVH (General Theory of Verbal Humor) nach Attardo und Raskin, mit welcher sich zu wenig Komik-Phänomene erfassen lassen. Vor allem mithilfe von Peirce, Bühler, Ungeheuer, dem authentischen de Saussure sowie dem Wirthschen Begriff der ‚diskursiven Dummheit’ erstellt er ein Begriffsinventar, um im zweiten Teil der Abhandlung – durch die Analyse zahlreicher Quellen aus dem Kleinkunstbereich – möglichst viele Strategien sprachlicher Komik zusammenzutragen, auszudifferenzieren und weitere Techniken neu zu definieren. Sequenzen vieler bekannter Künstler wie Dieter Nuhr, Harald Schmidt, Lisa Feller, Christian Ehring, Dieter Hildebrandt, Daphne de Luxe und Lisa Eckhart werden zu diesem Zweck herangezogen. Taxonomie von Freud, Cicero, Attardo et al., Balzter, A. Berger und Kotthoff sowie weiterer Autoren dienen hierfür als Grundlage. Dabei verlässt Eisenberg mitunter die rein sprachliche Ebene und nimmt auch Text-Bild-Gags in die Untersuchung mit auf.

INHALT

Teil 1: Theoretischer Diskurs

1 Einleitung

2 Theoretische Prämissen und Begriffsbestimmungen

2.1 Das Kommunikationsverständnis
2.2 Humor, das Komische, Komik
2.3 Komik-Ziel und Komik-Zweck(e)
2.4 Rückmeldungen und Komik-Potential
2.5 Netzwerk und Gelingensbedingungen für Komik
2.6 Quellen und Kommunikations-/Rezeptionssituationen

3 Script-basierte Komik-Theorien und ihre Probleme

3.1 Die SSTH und ihr Script-Begriff
3.2 Die GTVH und die OSTH
3.3 Der problematische Script-Begriff
3.4 Begrenzte Anwendbarkeit der GTVH: KRs auf dem Prüfstand
3.5 Die SSTH/GTVH und die Konversationsmaximen

4 Aspekte und Begriffe der Komik-Analyse

4.1 Alternativen zum Script?
4.2 Plädoyer für die Sphäre
4.3 Sprachliche Elliptizität und Schlüsse
4.4 Komik in Wort und Sache
4.5 Sprachkomik und Handlungskomik
4.6 Komik-Quellen (nach Peirce/Wirth) und komische Konstellationen (nach S. J. Schmidt)
4.7 Sprechakttheoretische Analyse (nach Roman/Schwarz) und Welten (nach S. J. Schmidt)
4.8 Pointen-Diskussion
4.9 Tropen und Modi

Teil 2: Komik-Analyse

5 Strategien der Sprachkomik

5.1 Vorbemerkungen
5.2 Ambiguität
5.3 Wortbildung und (Neu-)Motivierung
5.4 Tropen- und Motivierungsstrategien
5.5 Logik, Argumentation und Dummheiten
5.6 Widersprüche, Kontraste, Bisoziationen, Gleichsetzungen
5.7 Modus-Strategien
5.8 Erwartungsbrüche und Umkehrungen
5.9 Vergleiche und Übertreibungen
5.10 Meta-Komik und Anti-Witze
5.11 (Meta-)Kommunikative Strategien und Interaktionsstrategien
5.12 Weitere Strategien

6 Schlussbetrachtung

7 Abkürzungsverzeichnis

8 Literatur- und Quellenverzeichnisse

9 Anhang  

Benjamin Eisenberg absolvierte ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaft (Magister) an der Universität Duisburg-Essen; im Anschluss folgte dort die Promotion. Er lebt in Bottrop und arbeitet hauptberuflich als Kabarettist. www.benjamin-eisenberg.de

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