OBST 91: Sprache und Geschlecht. Band 2: Empirische Analysen

Cover: OBST 91/2017

Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST)
Heft 91/2017: Sprache und Geschlecht. Band 2: Empirische Analysen
(Hg.: Martin Reisigl & Constanze Spieß)

ISSN 0936-0271

Seiten: 262
Buch: 18,00
ISBN:978-3-95605-036-7
E-Book: 18,00 €
ISBN:978-3-95605-037-4

Erscheint voraussichtlich im Herbst 2017.

Auch wenn seit 45 Jahren heftig über die Beziehung zwischen Sprache und Geschlecht geforscht und diskutiert wird, hat die Thematik nichts von ihrer Aktualität und Brisanz eingebüßt. Dies deshalb, weil die Geschlechterverhältnisse in etlichen gesellschaftlichen Bereichen einer Revision unterworfen sind und dieser soziale Wandel einen sprachlichen Wandel oder zumindest die Forderung nach ihm nach sich zieht. Verschiedene gesellschaftliche Bereiche werden im vorliegenden Band – dem zweiten OBST-Band zum Thema in Folge – aus unterschiedlichen Perspektiven empirisch in den Blick genommen.

Die Beiträge zeichnen Kontinuitäten und neue Entwicklungen nach. Sie greifen theoretisch und methodisch auf Argumentationsanalyse, Diskurslinguistik, Kritische Diskursanalyse, Korpuslinguistik, strukturelle Genderlinguistik, Semantik, Soziopragmatik und Dispositivanalyse zurück. Inhaltlich beziehen sie sich auf Versuche einer Restauration des vermeintlich generischen Maskulinums, auf staatliche Regulierungen des Zweigeschlechterdispositivs, auf poststrukturalistisch geprägte kontrastive Genderlinguistik, auf diminuierende Deutschschweizer Rufnamen im Neutrum, auf die Frage nach dem Stellenwert der linguistischen Geschlechterforschung in bohemistischen Fachzeitschriften, auf diskurslinguistische Forschung zur Repräsentation von Geschlechtern in Schulbüchern, auf den Diskurs über Prostitution und Freierbestrafung und auf die Reproduktion von Geschlechterrollenbildern in Pressetexten.

 

Inhalt

Martin Reisigl & Constanze Spieß
Noch einmal: Sprache und Geschlecht – Eine Thematik von bleibender Aktualität

Elisabeth Mairhofer & Claudia Posch
Die Normalität ist eine gepflasterte Straße … Argumentationsanalytische Untersuchung eines Offenen Briefs gegen antidiskriminierenden Sprachgebrauch in Österreich

Persson Perry Baumgartinger
Dispositiv-Reparatur statt Paradigmenwechsel – Über das „Konservieren“ des Zweigeschlechterdispositivs durch die staatliche Regulierung von Trans* in Österreich

Heiko Motschenbacher
Strukturelle Genderlinguistik: Ein diskursiver Ansatz

Gerda Baumgartner & Helen Christen
Dr Hansjakobli und ds Babettli – Über die Geschlechtstypik diminuierter Rufnamen in der Deutschschweiz

Vít Kolek & Jana Valdrová
Die tschechische sprachwissenschaftliche Geschlechterforschung im Spiegel der bohemistischen Fachzeitschriften Naše řeč und Slovo a slovesnost

Christine Ott
Vom Wort zur diskurskonstitutiven Struktur: Linguistische Epistemologie von Geschlecht – Ein empirischer Beitrag zur diskurslinguistischen Genderforschung am Beispiel von Schulbüchern

Franzisca Frania
Ausgebeutet oder selbstbestimmt? Zum Diskurs über Prostitution im Jahr 2013

Sina Lautenschläger
(Stereotype) Männlichkeit und Weiblichkeit im Pressetext

Marcus Müller
Rezension: Gür-Şeker, Derya (2012): Transnationale Diskurslinguistik. Theorie und Methodik am Beispiel des sicherheitspolitischen Diskurses über die EU-Verfassung in Deutschland, Großbritannien und der Türkei.
Bremen: Dr. Ute Hempen Verlag. 336 S.

Claudia Posch
Rezension: Reissen-Kosch, Jana (2016): Identifikationsangebote der rechten Szene im Netz (Sprache – Politik – Gesellschaft Band 19). Bremen: Dr. Ute Hempen Verlag. 199 S.

Markus Kalb
Rezension: Büttner, Urs/Gotterbarm, Mario/Schneeweis, Frederik/Seidel, Stefanie/Seiffarth, Marc (2015) (Hg.): Diesseits des Virtuellen. Handschrift im 20. und 21. Jahrhundert (= Zur Genealogie des Schreibens, Band 18). Paderborn: Fink. 302 S.

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