Sunke Janssen, Sylvia Nürnberg (Hg.)
mauerschau.
Ausgabe 1/2010: Raum und Zeit

ISSN 1866-5160
ISBN 978-3-940251-90-9
196 Seiten; 19,00 Euro

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Aus dem Editorial der mauerschau-Ausgabe 1/2010

Liebe Leser,
der Mensch suchte schon immer nach regelhaften Strukturen, durch die er sich die Welt erklären, seine eigene Position bestimmen und letztlich Identität entwickeln kann. Er hat über die Jahrtausende viele dieser Ziele erreicht und so sind wir heute in der Lage, zu theoretisieren, die Welt der Materie zu entstofflichen. Zwei koordinative Komponenten, zwei Orientierung stiftende Größen in einer vormals orientierungslosen Welt waren für diesen Prozess entscheidend: Die Erfindung des Raumes und die Erschaffung der Zeit. Denn fast alles und jedes lässt sich im Rahmen dieser beiden Koordinaten beschreiben und verorten. Wir schaffen uns Ordnungssysteme, bemühen uns um Kontinuität und standardisierte Abläufe, entwickeln Skripte und Strategien, verändern, gestalten und verfügen über diesen Planeten allein durch ihre Hilfe.
Es hat uns interessiert, wie und in welchen Wirkungsgefügen solche Zeit-Räume und Raum-Zeiten existieren und in der Germanistik untersuchbar sind. Und so war das Thema dieser vorliegenden fünften Ausgabe der mauerschau geboren: Raum und Zeit.
Die auf unseren Call For Papers folgenden Arbeiten waren so interessant wie abwechslungsreich. So beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe unter anderem mit den Fragen, ob man Zeit wie Blätterteig falten kann, wieso Guido Knopp mit Hitler in einer WG wohnt und woher überhaupt Konserven-Nazis kommen. Wie erforscht man bei David Lynch das Unbewusste und was zerstörte das Paradies? Wie entflieht man in einer Art Seelenballon der tristen Realität und wann eigentlich ereignet sich das Unmögliche? (Sunke Janssen und Sylvia Nürnberg, Herausgeber der mauerschau, Essen im Juni 2010)